Frantz

Deutschland 1919. Frantz ist kaum 25-jährig im Ersten Weltkrieg umgekommen. Frantz' Verlobte Anna lebt nun bei seinen Eltern und ist wie eine Tochter für sie. Eines Tages trifft sie an Frantz' Grab auf den jungen Franzosen Adrien und führt ihn - zunächst gegen den Willen des in Trauer und Schuldgefühlen erstarrten Vaters, der Frantz in den Krieg geschickt hatte - im Elternhaus des Toten ein. Wenn Adrien von seiner Freundschaft zu Frantz und den gemeinsamen Unternehmungen im Paris der Vorkriegszeit erzählt, leben die Eltern sichtlich auf. Auch Anna befreit Adrien aus ihrer tiefen Traurigkeit. In solchen Momenten wechselt der Film vom bedrückenden Schwarzweiß zur Farbe. Ein Geständnis Adriens stürzt Anna, die die schmerzliche Wahrheit vor Frantz' Eltern verborgen hält, in weiteres Leid.
François Ozon adaptiert Ernst Lubitschs »Broken Lullaby« (1931), nimmt allerdings einen entscheidenden Perspektivwechsel vor: Er erzählt aus der Perspektive der von Paula Beer sehr eindrücklich gespielten Anna eine »Geschichte um Schuld, Einsamkeit und heilsame Fiktionen, aber auch um Vergebung und das Vermögen, die Lebensfreude wieder zu entdecken«. (Filmdienst)

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