Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Filme

Anregen - in Tätigkeit setzen. Suchte man nach einem Wort, in dem sich Rolf Richters Spur zusammenfasst - dies wäre es: "Anregen". Und dann hart daran arbeiten, dass die Idee konkrete Gestalt annimmt. Wahrnehmbar geblieben ist dies in den Filmen, die er als Autor konzipierte und deren Weg er bis zu den Zuschauern freundlich-nachdrücklich begleitete. Begleiten musste; denn wer sich streitbar einmischen will ins Zeitgeschehen und unbestechlich nach dem geschichtlichen Gewordensein fragt, der muss mit Widerspruch rechnen und darauf drängen, dass er ausgetragen wird. Davon zeugen die Filme. Aber mehr noch vielleicht das, was nicht gezeigt, nur erinnert werden kann: seine Lehrtätigkeit an der (ersten!) Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg und seine Arbeiten als scharfsichtig wertender Kritiker und Filmwissenschaftler, die uns Denkwege wiesen. Im Herbst 89 dann sein leidenschaftliches Engagement für die Fertigstellung und Aufführung der 1965/66 verbotenen Filme. Schließlich das "Babylon" - von der Idee, dieses Kino vor der gängigen Privatisierung zu retten, bis zur Wirklichkeit, es als Ort filmkünstlerischer Kommunikation zu etablieren - ich kann es nicht besuchen, ohne an Rolf Richter zu denken (Rudolf Jürschik)

Zu Rolf Richters 75. Geburtstag