Film und Diskussion: 4 Schüler gegen Stalin

Am 13. September 1950 verurteilte ein sowjetisches Militärgericht in Weimar eine Widerstandsgruppe. Diese hatte antikommunistische Flugblätter verteilt und versucht, mit einem selbstgebauten Radiosender eine Rede des DDR Präsidenten Wilhelm Pieck zu Ehren Stalins zu stören. Zu ihren Köpfen zählten die Liberaldemokraten Wolfgang Ostermann und Hans-Joachim Näther, 22 und 20 Jahre alt. Beide hatten gegen die Gleichschaltung ihrer Partei in der DDR protestiert. Nach einem kurzen Geheimprozess wurden sie gemeinsam mit dem Lehrer Siegfried Flack, 21, von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet. Zwölf Mitangeklagte mussten für mehrere Jahre ins Zuchthaus oder kamen in sowjetische Lager. Später wurde ein vierter, zunächst entkommener Jugendlicher hingerichtet. Im Beisein des damals zu zehn Jahren "Besserungsarbeitslager" verurteilten Gerhard Schmale wird der Dokumentarfilm 4 Schüler gegen Stalin (R: Steffen Lüddemann, Hanno Brühl, D 2007) gezeigt, der die 60 Jahre zurückliegenden Vorgänge beleuchtet und durch Spielszenen rekonstruiert.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der vom Potsdam Museum - Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam organisierten Veranstaltungsreihe "Menschen unter Diktaturen" statt und ist eine Kooperation mit der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit.

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"Der Geschichte in die Speichen greifen ..." - Jugendlicher Widerstand in der frühen DDR