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Dreiklang

Am 2. Juni jährt sich der Geburtstag der Darstellerin Helga Marold, deren Nachlass das Filmmuseum Potsdam bewahrt, zum 100. Mal. Ihr Filmdebüt gab sie als 22-Jährige in Dreiklang. Das kultivierte Melodram war ein Lieblingsprojekt des Regisseurs Detlef Sierck. Er bereitete den Film bis hin zu Besetzung, Bauten und Kostümen vor. Vor Beginn der Dreharbeiten (die teilweise in Potsdams Parks stattfanden) verließ er mit seiner jüdischen Frau Deutschland, um später in Hollywood als Douglas Sirk weltberühmt zu werden. Sein Freund Hans Hinrich realisierte den Film. Siercks Name wird im Vorspann unterschlagen. Für Helga Marold schien eine Karriere bei der Ufa sicher, hätte nicht ihr Engagement für Carl Junghans, den Regisseur ihres nächsten Filmes »Altes Herz geht auf die Reise«, Goebbels' Zorn erregt. Der subversive Film wurde verboten, Junghans emigrierte. Helga Marold spielte von nun an nur noch kleine Rollen. Nach dem Krieg widmete sie sich vor allem Theater und Rundfunk. Sie starb 2005 in Baden-Baden.


Zum 100. Geburtstag von Helga Marold