Die schwarze Loo

Regisseur Max Mack entführt sein Publikum in die schillernde Halbwelt der Reichshauptstadt. Die gefeierte Maria Orska als "Schwarze Loo", die von der Demimonde wie von der besseren Gesellschaft heftig umflattert wird. Zwischen Schiebetanz und Liebesintrige entwickelt der Film seine schon damals als äußerst gewagt empfundene Handlung in ausdrucksstarken Bildern und pointierten Situationen, in denen mit bemerkenswerter Entschlossenheit an den Moralvorstellungen des spätwilhelminischen Kaiserreichs gerüttelt wird.
Die überwiegend dramatischen Filme der Maria-Orska-Serie versuchten in den Jahren 1916/17 den seit der Autorenfilm-Bewegung gehobenen Ansprüchen eines bürgerlichen Publikums entgegenzukommen. "Die schwarze Loo" ist der einzige überlieferte Film der Serie, mit der die gefeierte Bühnendarstellerin moderner Frauenfiguren auf der Leinwand eine Probe ihres Könnens gibt. Der Film ist zugleich das einzige erhaltene Beispiel für die Zusammenarbeit von Hans Brennert und Max Mack, die der Serie als Autor und Regisseur thematisch und stilistisch ihren Stempel aufgedrückt haben.
Der in einer Matinee mit Livemusik begleitete Stummfilm wird als Auftakt einer Kooperationsreihe mit CineGraph Babelsberg, dem Berlin-Brandenburgischen Centrum für Filmforschung e.V. gezeigt. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt auf der Erforschung und öffentlichen Präsentation des unbekannten deutschen Filmerbes. CineGraph Babelsberg gibt die Zeitschrift "Filmblatt" heraus.

Termine

Stummfilm mit Livemusik 07/10