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Die große Illusion

Das wichtigste Werk Jean Renoirs, angesiedelt im Ersten Weltkrieg, ist gleichzeitig einer der meistverbotenen Filme: 1937 in Italien und Deutschland wegen deutschfeindlicher Tendenz verboten, durfte Die große Illusion nach Kriegsausbruch in Frankreich und den alliierten Ländern wiederum wegen deutschfreundlicher Tendenz nicht mehr aufgeführt werden.
In einem süddeutschen Gefangenenlager entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem deutschen Kommandanten von Rauffenstein und dem ebenfalls adligen, internierten Franzosen de Boeldieu. Als dieser den Mitinsassen Maréchal und Rosenthal zur Flucht verhilft, wird de Boeldieu von von Rauffenstein erschossen. Maréchal und Rosenthal finden Zuflucht bei einer deutschen Bäuerin, in die sich Maréchal verliebt. Seine differenzierte Sicht auf Klassenunterschiede, Krieg und Nationalismus, denen er mit seinem Film eine Absage erteilt, bettet Renoir in eine spannende Handlung ein. Die hervorragenden Schauspieler - allen voran Jean Gabin - verleihen den behutsam dargestellten Figuren ein großes Maß an Glaubwürdigkeit.


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