Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Die Reue
Pokajanie

Im letzten Film der Stagnationszeit wird die Geschichte eines Diktators und seines Volkes erzählt. Warlam Arawidse liquidiert nach und nach die Bevölkerung, löscht die alte Kultur und das historische Gedächtnis aus, lässt die Kathedrale sprengen, hofiert und korrumpiert einen Künstler und vernichtet ihn schließlich. Nach dem Tod des Diktators wird seine Leiche immer wieder ausgegraben. Die Täterin, die Tochter des hingerichteten Malers, wird für verrückt erklärt und in eine Anstalt gesperrt. Doch auch in Warlams Haus gibt es keinen Frieden. Sein Enkel begeht Selbstmord, weil er mit den Lügen nicht mehr leben kann. Nicht nur bei den Traumsequenzen, die dem Film eine zusätzliche Ebene geben, ließ sich Abuladse von den apokalyptischen Visionen Boschs und den surrealistischen Bildern Buñuels, inspirieren. Der materialistisch geprägten Diktatur setzt er die spirituelle Utopie der Kunst und des Christentums entgegen.

Erinnerung an eine Utopie