Die Leuchte Asiens

Franz Ostens Monumentalfilm über das Leben des Religionsgründers Buddha, der seine Familie und alle irdischen Besitztümer zurücklässt, um auf der Wanderschaft spirituelle Erfüllung zu finden, war Indiens erste internationale Koproduktion. Mit dem Vorhaben, die indische Filmproduktion anzukurbeln, hatte sich der Rechtsanwalt, Philosoph und Schauspieler Himansu Rai 1924 an die bayerische Produktionsfirma Emelka von Peter Ostermayr, Ostens Bruder, gewandt. Schon im Februar 1925 reiste Osten nach Bombay, und die Dreharbeiten - an Originalschauplätzen und mit einheimischen Akteuren - konnten beginnen. Rai übernahm die Titelrolle in dem opulent ausgestatteten Film, für den Osten sein Team durch 15 Städte führte. 30 Elefanten ließ er durch die Straßen prozessieren und Tausende Statisten standen ihm zur Verfügung. Die Kostüme waren prachtvoll, allerdings aus verschiedenen Epochen zusammengewürfelt. Der Palast, in dem der historische Buddha 500 v. Chr. seine Jugend verbracht haben soll, ist im Film ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. So wurde Die Leuchte Asiens hauptsächlich im westlichen Ausland ein großer Erfolg. Dennoch war durch die Zusammenarbeit Ostens und Rais der Grundstein für Bollywood, heute die weltgrößte Filmproduktion, gelegt.
An der Welte-Kinoorgel: Susanne Schaak

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