Die Besteigung des Chimborazo; F: DEFA-Ebert
Die Besteigung des Chimborazo; F: DEFA-Ebert

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Die Besteigung des Chimborazo

Der Film schildert Herkunft und Erziehung des jungen Alexander von Humboldt (Jan Josef Liefers in seinem Kinodebüt) und dessen mehrjährige Forschungsreise durch unerschlossene Regionen Amerikas. Die Reise wird zur Begegnung mit der Kultur der Indianer im Andenhochland und gipfelt im Jahre 1802 mit dem Versuch, den Chimborazo zu besteigen, der zu dieser Zeit als höchster Berg der Welt gilt. An ihren physischen Grenzen, erreichen Humboldt und seine Begleiter dabei Höhen, die Europäer bis dato nicht kannten.
Für Regisseur Rainer Simon wird der Humboldt-Film die erste Begegnung mit Südamerika. Fortan lassen ihn der Kontinent und seine Menschen nicht mehr los. Seit dem Mauerfall fährt er in jedem Jahr dorthin. Fotos von seinen Reisen sind noch bis zum 2. Oktober im Museumsfoyer zu sehen.

Im Anschluss an die Vorstellung am 21. September hält der Botschafter von Ecuador, S. E. Jorge Jurado, einen Vortrag zum Umweltprojekt "Yasuní-ITT".
Der von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärte Nationalpark Yasuní im Amazonasgebiet von Ecuador ist nach jüngsten wissenschaftlichen Studien das Gebiet mit der höchsten Biodiversität unserer Erde. 2004 wurden große Rohölvorkommen auf den zum größten Teil zum Nationalpark Yasuní gehörenden Erdölfeldern ITT (Ishpingo-Tambococha-Tiputini) bestätigt. 2007 verkündete der ecuadorianische Präsident Rafael Correa vor den Vereinten Nationen seine Entscheidung, die Erdölvorkommen der ITT-Erdölfelder auf unbefristete Zeit nicht zu fördern, wenn die internationale Gemeinschaft Beitragszahlungen an einen Fonds leistet, der zumindest der Hälfte der entgangenen Einnahmen entspricht, die dem ecuadorianischen Staat durch Förderung des Erdöls zugekommen wären. Am 3. August 2010 unterzeichnete die Regierung von Ecuador ein Abkommen mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und gründete durch einen internationalen Treuhandfonds den Kapitalstock Yasuní-ITT. In diesem Dokument verpflichtet sich der ecuadorianische Staat, die Erdölvorkommen im Block ITT im Nationalpark Yasuní auf unbegrenzte Zeit unter der Erde zu belassen, wenn innerhalb einer Frist von 13 Jahren eine internationale Beitragsleistung von mindestens 3,6 Milliarden Dollar erfolgt. Die Gelder des von dem UNDP verwalteten Yasuní-ITT-Fonds fließen ausschließlich in soziale und umweltschutzrelevante Maßnahmen, zu denen auch Energieprojekte gehören, die den Umstieg von traditioneller thermischer Energie auf erneuerbare Energien ermöglichen, wie z. B. Hydroelektrizität, Wind- und Sonnenenergie sowie die Geothermik. Durch das innovative Konzept der Yasuní-ITT-Initiative wird ein beträchtlicher Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung geleistet und die einmalige Biodiversität des zum UNESCO-Naturschutzreservat erklärten Nationalparks Yasuní geschützt.

Zur Foyerausstellung: Hinter die Bilder schauen - Fotos und Texte aus Amerika 09/11