Der Sommer mit Mamã

Val ist Mutter im doppelten Sinne: Ihre leibliche Tochter Jessica muss ohne sie auskommen, während sie sich um Fabinho kümmert, den Sohn einer reichen Familie. Der erhält all die mütterliche Fürsorge von Val, die Jessica vorenthalten bleibt. Soweit die typische soziale Verortung zweier Klassen im Spannungsfeld zwischen Lohnarbeit und Kindern. Mit 17 rebelliert Jessica gegen dieses System, in dem sie ständig zu kurz kommt. Sie quartiert sich kurzerhand am Arbeitsplatz ihrer Mutter ein und nimmt dort so einiges für sich in Beschlag.
Anna Muylaerts subtile Erzählung brilliert mit großartigem Schauspiel und bietet einen unvoreingenommenen Blick auf die Verhältnisse in einer gespaltenen Gesellschaft, die von einer unbestechlichen Heldin auf den Kopf gestellt werden.
Publikumspreis bei der Berlinale 2015.

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