Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Der 81. Schlag

Der aus wenig bekannten, ausschließlich historischen Film- und Fotoaufnahmen montierte Film erzählt vom jüdischen Leben in Europa vor 1933, vom Aufkommen des Nationalsozialimus, antisemitischen Ausschreitungen und Pogromen, dem Kriegsausbruch, von Deportation, Selektion und Vernichtung sowie der Errichtung, dem Aufstand und der Liquidierung des Warschauer Ghettos. Anstelle von Kommentaren und Erläuterungen bilden Zeugenaussagen Überlebender aus dem Eichmann-Prozess, verwoben mit einer eigens für den Film komponierten Musik, die Tonspur. Dabei wird das Archivbild vom Dokument zum Monument, vom Beweisstück zum Denkmal.

Zur Filmreihe:
Die Befreiung von Auschwitz jährte sich 2015 zum 70. Mal. Das Filmmuseum stellt vom 3. bis 8. November vier Dokumentarfilme zum Holocaust vor - ausgewählt aus einem Pool von insgesamt 46 Dokumentar- und Experimentalfilmen, die das Arsenal - Institut für Film und Videokunst im Rahmen des Projektes »Asynchron« bundesweit Kinos sowie Kultur- und Bildungsreinrichtungen zur Verfügung stellt. Seit Jahrzehnten engagiert sich das Arsenal für Filme, die Zeugnis über den Holocaust ablegen und eine Auseinandersetzung mit dem Gedenken daran suchen. Für »Asynchron« konnten einige der Filme digitalisiert werden und sind dadurch in den zunehmend ausschließlich digital ausgestatteten Kinos weiterhin vorführbar. Das Filmmuseum zeigt zwei der neu bearbeiteten Fassungen - »Der 81. Schlag« und »Stimmen aus dem Wald«. »Ein Brief ohne Worte« wiederum wird von 16mm vorgeführt. Somit steht »Asynchron« im doppelten Sinne - das Vorführmaterial betreffend und inhaltlich - für eine Neubegegnung mit Filmen über den Holocaust aus der historischen Distanz und für ihre Verortung in der Gegenwart.


Asynchron - Dokumentar- und Experimentalfilme zum Holocaust