Daumenkino

Daumenkino "Die Mörder sind unter uns", Konzeption: Volker Gehrling
Die Geschichte des Daumenkinos begann als optisches Spielzeug im 18. Jahrhundert, ein erstes Patent wurde 1868 vom englischen Drucker John Barnes Linnett unter dem Namen Kineograph angemeldet. In Deutschland sind es die Brüder Skladanowsky, mit denen der Beginn des deutschen Films seit 1895 eng verknüpft ist, die ihre Projektionsapparate u. a. durch den Verkauf von Abblätterbüchern mit Filmbildern finanzierten.

Der Kameramann, Regisseur und Autor Volker Gerling erwandert sich seit 2005 die Motive seiner Daumenkinos als Daumenkinograf und präsentiert die Ergebnisse in Veranstaltungen in sehr unterschiedlichen Formen: Daumen-Kino als Kinoprogramm mit Erzähler, Daumen-Kino-Wanderausstellungen zu Fuß, Daumen-Kino-Essays zum fotografischen Daumenkino.
Gerlings Kinografien sind fotografische, quasi dokumentarische Bild-Novellen, erstarrte kleine Momente des Alltags, Zeugnisse kurzer intensiver Begegnungen mit Menschen, die wiederholt in Bewegung gesetzt werden können.

Das hier im Rahmen des kleinsten Ausstellungsformats des Filmmuseums präsentierte BESONDERE OBJEKT aus den Sammlungen des Filmmuseums Potsdam besteht - eine kleine Reminiszenz an die Ursprünge der skladanowsky'schen Daumenkinogeschichte - aus Phasenbildern des ersten DEFA-Films "Die Mörder sind unter uns". (Re: Wolfgang Staudte)
In der Beamer-Projektion sind Ernst Wilhelm Borchert in der Rolle des Dr. Hans Mertens und Hildegard Knef in der Rolle der Susanne Wallner zu sehen.

Idee und Konzeption Daumenkino: Volker Gerling
www.daumenkinographie.de
©DEFA-Stiftung 2006