Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Das Glück

In geistreichen und witzigen Details wird der Weg des ausgebeuteten Bauern Khmyr in die Gemeinschaft der Kolchose geschildert, die als durchaus anfällig für Korruption und individuelle Freiheit dargestellt wird. Seinen formal wagemutigen Film drehte Medwedkin zu einer Zeit, in der es tendenziell keine Ausnahme mehr vom sozialistischen Realismus zu geben schien. "Die Welt des Films ist verschoben, weg von der sozialistischen Realität, die Medwedkin in den Jahren 1932-1934 mit seinem fahrenden Kinozug einzufangen bemüht war. Hier ist die Wirklichkeit transformiert in eine Groteske, in der zur Wiedererkennbarkeit verzerrte Karikaturen der (prä)bolschewistischen Zeit im Slapstick-Tempo durch die Berge und Täler einer Fantasielandschaft jagen." (www.jump-cut.de)
Wie sein Regisseur war der Film 1971, als er von Chris Marker und seiner SLON-Gruppe anlässlich eines Besuchs Medwedkins in Paris gezeigt wurde, praktisch unbekannt, wurde dann aber rasch als eines der interessantesten Werke des Sowjetfilms der 1930er Jahre erkannt und gefeiert. Chris Markers Hommage an seinen Freund Medwedkin, "Der letzte Bolschewik", zeigten wir im Februar und März.

Stummfilmabend (04/08)