Konrad Wolf (links) bei Aufnahmen zum Film "Genesung"; F: DEFA-Stiftung/Meister
Konrad Wolf (links) bei Aufnahmen zum Film "Genesung"; F: DEFA-Stiftung/Meister

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Buchpräsentation mit Autor Dr. Michael Grisko

Der im Verlag Peter Lang erschienene Band versammelt zahlreiche, erstmals publizierte Texte aus dem Nachlass Albert Wilkenings. Wilkening war bei der DEFA von 1946 bis 1976 in leitenden Funktionen, zeitweilig als Studiodirektor, tätig. Von 1976 bis 1990 war er erster Vorsitzender des Internationalen Film- und Fernsehrates der DDR und erster Chronist der DEFA. Die Texte zeichnen seinen Werdegang in den 1920er- und 1930er-Jahren bis zur Anstellung bei der DEFA nach und gestatten einen Einblick in die Produktionsmechanismen der DEFA. Darüber hinaus werden zahlreiche unbekanntere Filme und Personen des ostdeutschen Filmschaffens vorgestellt. Zeitzeugengespräche mit Gert Golde, Roland Gräf, Hans Hattop und Rainer Simon runden das Porträt einer zentralen Persönlichkeit des DDR-Films ab.
1977 präsentierte Wilkening die Reihe "Debütfilme" im Fernsehen der DDR, zu der auch Genesung (DDR 1956) gehörte. Der Film gilt als künstlerischer Durchbruch von Regisseur Konrad Wolf: Der Sanitäter Friedel Walter wird nach dem Krieg durch ein Versehen für einen Arzt gehalten. Der ehemalige Medizinstudent, der als Gegner des nationalsozialistischen Regimes sein Studium nicht beenden konnte, arbeitet fortan erfolgreich als Dr. Philipp in einem Krankenhaus. Die komplizierte Behandlung eines ehemaligen Widerstandskämpfers konfrontiert ihn mit der Vergangenheit. Getrieben von Gewissensbissen stellt er sich den Behörden.

Albert Wilkening. Der Gentleman der DEFA 5/12