Buchpräsentation: "Jutta Hoffmann - Schauspielerin" + Film

Geschlossene Gesellschaft
Filmjournalist Knut Elstermann wird im Gespräch mit der Schauspielerin den vom Filmmuseum Potsdam herausgegebenen Bild-Text-Band Jutta Hoffmann - Schauspielerin (Verlag Das Neue Berlin) vorstellen, der von der letztjährigen, gleichnamigen Ausstellung des Filmmuseums inspiriert wurde. Im Anschluss läuft der Fernsehfilm Geschlossene Gesellschaft (R: Frank Beyer, DDR 1978), der von Ellen (Jutta Hoffmann) und Robert (Armin Mueller-Stahl) erzählt, die mit ihrem kleinen Sohn zu einem Wochenende aufs Land fahren. Freunde, die sie zu treffen hofften, bleiben aus. Das Paar - mit sich allein - beginnt allmählich miteinander zu reden. Lange Totgeschwiegenes kommt zur Sprache, ihre Beziehung wie ihr Leben stehen infrage. Dialoge und Bilder zeichnen das Bild einer von tiefen Krisen erschütterten Gemeinschaft. Von vielen Zuschauern wurde dieses Sinnbild des Zustandes der DDR Ende der 1970er Jahre als mutig und wahr empfunden. Von den politisch Verantwortlichen wurde Beyers Fernsehfilm als dekadentes, antisozialistisches Machwerk gegeißelt und im Archiv dem Vergessen anheimgestellt. Das Drehbuch habe sie "atemlos gelesen", erinnert sich Jutta Hoffmann in dem neuen Band "Ich mochte das Buch von Klaus Poche sehr und habe kapiert: es ist eine Beschreibung der Realität, keine Denunziation der DDR, eine Parabel auf unsere Zeit."

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