Antichrist

Bereits der Prolog des Films verschlägt den Atem: Das Liebesspiel eines Paares in hochaufgelösten, verlangsamten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, begleitet von Händels "Rinaldo", dramatisch vorgetragen von einer Frauenstimme, während das Kind des Paares am geöffneten Fenster ohne Aufsicht dem Fallen des Schnees zuschaut, bis es selbst aus dem Fenster fällt. Tief ist der Abgrund, sind die Trauer, die Selbstvorwürfe der Mutter, die dem Geschehen folgen. Der Vater, selbst Therapeut, bringt sie dazu, gemeinsam in jene Waldhütte zurückzufahren, in der sie den letzten Sommer mit ihrem Kind verbrachten, um dort während einer Therapie ihre Ängste zu bekämpfen. Vor der bedrohlichen Kulisse des Waldes sind die beiden von nun an den okkulten, zerstörerischen Mächten des Bösen ausgeliefert.
Wie kaum jemand zuvor setzt Lars von Trier die abgründige Schönheit des Waldes in Szene und führt die schauspielerischen Leistungen von Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe bis an die Grenzen des Darstellbaren.

Termine

Rückschau auf das vergangene Kinojahr 03/10