Alles dreht sich ... und bewegt sich. Der Tanz und das Kino

Besucher*innen jeden Alters sind eingeladen, in die vielschichtige Welt des Tanzens einzutauchen: Zunächst positioniert sich der Tanz als Zentrum gesellschaftlicher Abendveranstaltungen zwischen Ballsaal und Disco. Neben Politik und Hochkultur zollt die Ausstellung auch dem Kitsch sowie der Jugendkultur Tribut. Gleich zu Beginn das erste Highlight der Ausstellung: John Travoltas weißer Anzug aus Saturday Night Fever. Das Publikum erwartet eine bunte Palette traumhafter bis wirklichkeitsnaher Musicals und kann sich insbesondere durch die Re-Inszenierung einer Szene aus dem DEFA-Klassiker Heißer Sommer mitten ins tanzende Geschehen stürzen.

Bis zum heutigen Tag erzählen Filme die unterschiedlichsten Geschichten über das Tanzen und werden in der Ausstellung mit ihren ikonischen Kostümen präsentiert. Historisch begibt sich die Ausstellung zurück bis in die Kindheit des Kinofilms: Hier findet sich unter anderem der Reformtanz als frühe feministische Ausdrucksform im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Fortschritt und willkürlich wütender Zensur, die die frühe Verbindung von Tanz und Kamera in die Schmuddelecke zu stecken sucht. Hinter Bühnengassen tanzt Stummfilmikone Asta Nielsen ihren abgründigen Apachen-Tanz auf großer Leinwand und durch ein Guckloch können eine Reihe an für ihre erotischen Inhalte zensierten Tanzeinlagen beobachtet werden.

Abschließend führt die Ausstellung in die versteckte Welt der Proben- und Backstage-Sphäre, die aufzeigt, welch harte Vorbereitung dem Tanz auf der Bühne üblicherweise vorangeht. Wer mag, kann hier selbst einmal an die Ballettstange treten und sich ganz als unerfahrene Ballett-Élève oder auch Primaballerina fühlen.

Alle Themenbereiche greifen unterschiedlichstes Filmmaterial auf, das vornehmlich aus Europa und den USA stammt. Neben Spielfilmen werden Dokumentarfilme, Kurzfilme, Zensurausschnitte und frühe Projektionsformen zum Einsatz kommen, sodass die multimediale Ausstellung in jeder Beziehung die Möglichkeit bietet, ganz im Kosmos des Tanzens zu versinken und diesen mit Sicherheit rhythmisch beschwingt wieder zu verlassen.