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30.09. Eröffnung Foyerausstellung "Peter Weiss. Widerständige Bilder"

Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungskooperation PETER WEISS 100. Potsdamer Positionen von Potsdam Museum, Filmmuseum Potsdam, Hans Otto Theater, Universität Potsdam und dem Potsdamer Kunstverein eröffnet das Filmmuseum seine Ausstellung:

PETER WEISS. WIDERSTÄNDIGE BILDER
vom 30.9. bis 20.11.2016
Ausstellung und Filmreihe

Die Foyerausstellung im Filmmuseum Potsdam würdigt Peter Weiss im Spannungsfeld zwischen seinen experimentellen Kurzfilmen und seiner Auseinandersetzung mit der klassischen Filmavantgarde.
Die Schau präsentiert Materialien zu seinen Filmen und TV-Produktionen, unter anderem Dokumente zu Peter Brooks Filmadaption von Peter Weiss' Theaterstück "Marat/Sade" (GB 1966). Eine Lesung seines Dokumentarstücks "Die Ermittlung" fand 1965 in der DDR-Volkskammer statt, einige Szenen der TV- Aufzeichnung geben Einblick in eines der wichtigsten Werke der Erinnerungskultur zum Holocaust. Im Zentrum stehenPeter Weiss'Regieskizzen und Werkaufnahmen, zu sehen sind aber auch persönliche Korrespondenzen, unvollendete Filmentwürfe und wütende Äußerungen zur schwedischen Zensurpolitik in den 1950er Jahren. Ein Kompilationsfilm von Alfred Behrens zeigt klassische Szenen aus den Hauptwerken der Widerständigen Avantgarde von 1919 bis 1943. Auch seine Frau Gunilla Palmstierna-Weiss kommt in einem Video-Interview zu Wort. Die Ausstellung wird von einer Filmreihe begleitet.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Landeshauptstadt Potsdam.

Begleitprogramm
Fr., 30. Sep., 19:00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Zur Ansicht - Peter Weiss, R: Harun Farocki, BRD 1979, Interviewfilm, 44 Min.
Begrüßung: Prof. Dr. Ursula von Keitz (Filmmuseum Potsdam)

Fr., 7. Okt., 19:00 Uhr
Die Ermittlung, R: Ingrid Fausak, L. Bellag, D: Hilmar Thate, Bruno Apitz, Helene Weigel, DDR 1966, 139 Min.
Zu sehen ist der einzige überlieferte TV-Mitschnitt einer szenischen Lesung von Peter Weiss' Theaterstück »Die Ermittlung«, die - neben 14 weiteren Aufführungen in West- und Ostdeutschland sowie in London - am 19. Oktober 1965 in den Räumlichkeiten der Volkskammer der DDR stattfand.

Peter Weiss, der selbst als Zuschauer am Auschwitzprozess teilgenommen hatte, entwickelte u.a. aus zeitgenössischen Berichten elf sogenannte Gesänge, in denen der Weg der Opfer von der Ankunft in Auschwitz bis zum Feuerofen rekapituliert wird. Den Angeklagten und Zeugen, die in »Die Ermittlung« zu Wort kommen, verleiht Weiss eine nüchtern verfremdende, hochliterarische Sprache
In der von der Akademie der Künste durchgeführten Fassung traten in der DDR-Volkskammer prominente Schauspieler, Regisseure, Bildende Künstler und Schriftsteller sowie Kulturpolitiker auf. Einige von ihnen waren selbst KZ-Überlebende.
Einführung: Dr. Hans-Christian Stillmark (Universität Potsdam)

Hinweis: Vom 6. bis 8. Oktober findet im Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte das öffentliche, von der Universität Potsdam organisierte Symposium »Ermittlungen - 100 Jahre Peter Weiss« statt.

So., 30. Okt., 19:00 Uhr
Hägringen, R: Peter Weiss, D: Staffan Lamm, Gunilla Palmstierna, Birger Åsander, S 1959, 81 Min.
1952 schloss sich Peter Weiss dem Svensk Experimentfilmstudio an, einer Gruppe von Intellektuellen und unabhängigen Filmemachern. In diesem Umfeld entstanden seine ersten surrealistischen Filmexperimente, die Studien I-IV, von denen zwei als Vorfilme gezeigt werden.
Mit Hägringen entstand Weiss' erster und einziger langer Spielfilm, basierend auf seiner Erzählung »Der Verschollene/Dokument I«. Ein junger Mann in der Fremde irrt durch eine abweisende Großstadt. In genau gesetzten, atmosphärisch dichten Einstellungen fängt die Kamera seltsame Begegnungen und absurde Eindrücke ein.

Vorfilme: Studie II - Halluzinationen (S 1952, 5') Studie IV - Befreiung (S 1954, 8')
Einführung: Prof. Dr. Ursula von Keitz (Filmmuseum Potsdam)

Do., 17. Nov., 19:00 Uhr
Kurzfilmprogramm: Peter Weiss sieht/hört Avantgarde (1929-49)

So., 20. Nov., 19:00 Uhr
Marat/Sade, R: Peter Brook, D: I. Richardson, Patrick Magee, G. Jackson, GB 1967, 116 Min.